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Gender Mainstreaming Drucken

Empowerment durch Gender Mainstreaming [von Elfriede Fröschl]

Sozialarbeit (in) der Sozialwirtschaft hat einen doppelten Genderaspekt: Einerseits arbeiten in diesem Bereich überwiegend Frauen und andererseits ist ein Großteil der Zielgruppen weiblich.

Für einen umfassenden Qualitätsbegriff in der Sozialarbeit sind Gender Aspekte wichtig. Die Geschlechtszugehörigkeit (im Sinne des sozialen Geschlechts) ist eine prägende Kategorie: Sie präjudiziert Annahmen über Frauen und Männer und bestimmt maßgeblich deren soziale Position in der Gesellschaft. Geschlechtszugehörigkeit als Statuskategorie fließt auch in der Sozialarbeit (als Teil der Gesellschaft) in das Berufsverständnis und berufliche Handeln ein. Dabei kann eine individuelle (in die Interaktionen zwischen SozialarbeiterInnen und KlientInnen fließen eigene Geschlechterkonstruktionen ein), eine institutionelle (Unterstützungsleistungen zementieren nicht selten traditionelle Geschlechterrollen) und eine gesellschaftliche Ebene (gerade Sozialarbeit ist mit strukturellen Benachteiligungen und Privilegierungen konfrontiert) unterschieden werden. Viele soziale Probleme haben ihre Ursache in geschlechtsspezifischem Rollenverhalten (z.B. Gewalt) bzw. in geschlechtsspezifischen Bewältigungsformen sozialer Probleme (vgl. Böhnisch/Funk, 2002). Angebote, die diese Unterschiedlichkeit berücksichtigen und sie gleichzeitig dekonstruieren treffen die Lebensrealität von Frauen und Männern adäquater und erweitern gleichzeitig deren Handlungsspielräume.

Innerhalb des Berufs Sozialarbeit ist ebenfalls eine geschlechtshierarchische Struktur festzustellen, indem Leitungspositionen und Theoriearbeit im Verhältnis häufiger von Männern wahrgenommen werden. Eine in Wien durchgeführte Studie im Bereich des dritten Sektors stellt bei den Beschäftigten einen Frauenanteil von 70%, im Bereich der Geschäftsführung 44% und bei Vorstandsfunktionen 33% fest (Anastasidas u.a.2003 zit nach Stelzer-Orthofer/Leibetseder, 2005). Für diese Privilegierungen von Männern in Frauenberufen kann der Begriff „glass escalator“ (Williams, 1992) verwendet werden, der bewirkt, dass auf die Führungskompetenz von Frauen häufig verzichtet wird.

Innerhalb der Qualitätsdiskussion, die sehr stark von männlichen Autoren geprägt ist, fehlen fast immer gleichstellungsrelevante Kriterien.

Die Gender-Mainstreaming-Strategie in der EntwicklungspartnerInnenschaft zielt daher auf die Implementierung des Begriffes „Genderkompetenz in den Qualitätsdiskurs der Sozialarbeit ab und versucht Gleichstellung als Qualitätsmerkmal einer Organisation zu verankern.

Kontakt:
Frau ELFRIEDE FRÖSCHL
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Quellen:

Böhnisch Lothar/Funk Heide (2002): Soziale Arbeit und Geschlecht, Wienheim und München,
Gruber Christine/Fröschl Elfriede (Hg) (2001): Gender-Aspekte in der Sozialen Arbeit, Wien
Stelzer-Orthofer Christine/Leibetseder Bettina (2005): Modul 1 – Arbeitsbedingungen im gemeinnützigen privaten Gesundheits- und Sozialbereich. In: Leibetseder Bettina ua. (2005): Musterkollektivvertrag für den österreichischen Gesundheits- und Sozialbereich, Wien, S. 17-60
Williams Carolyn (1992): The Glass Escalator: Hidden advantages for Men in the „Female“ Professions. Social Problems 39 S. 253-267

1. Wollen:

Die Motivation ist vorhanden, auf das Ziel Gleichstellung hinzuarbeiten und einen Beitrag zur Umsetzung von Gender Mainstreaming zu leisten. Dazu bedarf es der Sensibilität für Geschlechterverhältnisse und (potenzieller) Diskriminierungsstrukturen.

2. Wissen:

"Gender" wird in seiner Komplexität verstanden, grundlegende Erkenntnisse der Frauen-, Männer- und Geschlechterforschung sind bekannt. Konkretes Sachwissen und Informationen zu Gender-Aspekten im jeweiligen sozialarbeiterischen Handlungsfeld sind vorhanden. Daten zu Geschlechterverhältnissen existieren bzw. die Datenlücken sind bekannt und werden geschlossen.

3. Können/Handeln:

Gender Mainstreaming ist als Strategie bekannt und wird im eigenen Arbeitskontext angewandet. Dazu gehört bewusster Umgang mit Sprache, Interaktion und Kommunikation, sowie strukturellen Bedingungen.